Daniel Steinmaier (Jungle World): Gespräch mit Mario Heising über den Beruf des Kammerjägers

21.2.2010

"Wir gehen zu Armen wie zu Reichen"

Mario Heising hat in in den achtziger Jahren in Ostberlin Kammerjäger gelernt, weil es zur Kammerjäger-Ausbildung den Führerschein dazu gab. Dann hat er seine Begeisterung für den Beruf des Schädlingsbekämpfers entdeckt und den Meister gemacht. 1991 eröffnete er zusammen mit Kollegen die Berliner Niederlassung der Firma »SchaDe Umwelthygiene und Schädlingsbekämpfung«. Heising ist Vorsitzender der Berliner Landesvertretung des Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verbands.

Aus Vancouver, wo die olympischen Winterspiele stattfinden werden, berichten die Medien über ein immenses Bettwanzenproblem. Ist das Medienhysterie, oder kann es sein, dass die Bettwanzenplage wirklich so schlimm ist?

Amerika hat diese Probleme, und zwar richtig. Auch weil es dort ein ganz anderes Hygienemanagement gibt als hier in Europa.

Sind Bettwanzen denn vor allem ein Hygiene-problem?

Die Hotelzimmer sind ja sichtbar sauber, insofern ist das nicht einfach ein Schmutzproblem. Was wir aber merken, ist, dass es nicht mehr die gute alte Zimmerfrau gibt. Die hätte Bettwanzenbefall nämlich sofort erkannt. Heute haben wir Fremdunternehmen, die für die Hotels arbeiten und die zur Zimmerreinigung Leute anheuern, die nur eine kurze Einweisung und pro Zimmer ganz wenig Zeit bekommen. Die haben noch nie etwas von Bettwanzen gehört und erkennen Bettwanzenbefall nicht. Wir haben Hotelzimmer gesehen, in die wir die Direktoren gerufen haben, um ihnen zu sagen: »Schaut euch das an, das geht hier schon ein halbes Jahr.«

Was machen Sie denn, wenn Sie wegen Bettwanzen gerufen werden?

Viele Leute wissen erst gar nicht, was für ein Problem sie haben. Die sagen dann, sie würden gestochen, und das vor allem nachts. Dann überprüfen wir die Wohnung, sehen, ob wir Bettwanzen finden, und recherchieren, was die Ursache ist. Es ist wichtig zu wissen, wo die herkommen. Meistens kommt dabei heraus, dass die Leute im Urlaub oder auf einer Dienstreise waren und sich von dort die Wanzen mitgebracht haben. Wenn Sie nachts gebissen werden bei den Minusgraden, wie wir sie zurzeit haben, dann sind das ja definitiv keine Mücken.

Aber wie können diese Wanzen so ein großes Problem sein? Nach dem Zweiten Weltkrieg soll es in Deutschland überall Wanzen und Flöhe gegeben haben, und die ist man offenbar wieder losgeworden. Warum bekommt man die Bettwanzen jetzt so schwer in den Griff?

Wir hatten die Problematik schon voll im Griff, ich habe 1982 in meiner Ausbildung zum Schädlingsbekämpfer meine Facharbeit über Bettwanzen geschrieben, und damals hatte ich gar nicht die Möglichkeit, das Problem in der Praxis kennenzulernen – da musste ich mich mit alten Kollegen unterhalten, die mir davon erzählen konnten. Wir hatten dann so Anfang bis Mitte der achtziger Jahre vielleicht ein oder zwei Bettwanzenfälle im Jahr. Ursache waren da meist Studenten, die aus der Sowjetunion kamen. Ich will nicht sagen, ganz Osteuropa sei voller Wanzen gewesen – aber da kamen die Probleme eben her. Meine persönliche These ist ja, dass die Wanzen-Problematik hier in Deutschland mit dem Krieg im ehemaligen Jugoslavien und der Verteilung der Kriegsflüchtlinge in Westeuropa so stark zugenommen hat.

Hat das nicht auch etwas damit zu tun, dass die Tiere gegen Gifte resistent geworden sind?

Ja, wir haben Resistenzen, und zwar wegen Fehlanwendungen der Wirkstoffe. Gerade in Osteuropa wurden Schädlingsbekämpfer zum Teil überhaupt nicht ausgebildet, da machte das irgendein Desinfektor nebenher, oder die Bevölkerung machte das eben selbst. Wir achten ja darauf, ob wir Erfolg haben mit unserem Mittel. Wenn nicht, greifen wir auf ein anderes zurück. Laien wissen oft nicht, dass es gegen manche Wirkstoffe Resistenzen gibt, vor allem gegen Pyrethroide.

Aber in den Hotels in Vancouver müssen doch Profis am Werk sein.

Richtig, problematisch ist aber, dass die Hotels, in denen eine Nacht mal 100 Euro kostet, aufgrund der wirtschaftlichen Zwänge die Zimmer ja vermieten müssen. Eigentlich könnten die Zimmer nicht vermietet werden, solange der Bettwanzenbefall nicht getilgt ist. Aber dann kommen irgendwelche Feiertage oder Messen, zu denen die Hotels ausgebucht sind, und dann, und das haben wir übrigens auch in Berlin, werden befallene Zimmer wissentlich wieder vermietet, weil die Häuser volle Kapazität brauchen.

Sind Hotels deswegen schwieriger bettwanzenfrei zu bekommen als Privatwohnungen?

Nein, in einem Hotelzimmer ist das eigentlich einfacher, weil die Aufbauten schnell abgenommen werden können, man kann die Betten einfacher zerlegen, man kann da Matratzen austauschen. In einem Privathaushalt geht das nicht.

Ich kenne eine Studenten-WG, die Bettwanzen hatte. Denen hat ein Kammerjäger erzählt, sie müssten alles wegwerfen: Bett, Computer, Stereoanlage, Matratze, Bücher, alles.

Natürlich, das ist die einfachste Variante. Wenn ich jemanden dazu bewegen kann, dass er alles wegwirft, sind damit die Wanzen schon so gut wie weg. Aber die Leute kommen ja heute von ihrer Weltreise in ihre Wohnung zurück, die Bude steht voll mit Büchern und anderen Dingen, und da können Sie ja nicht sagen: Wir schmeißen alles weg. Ich verlange das von keinem. Wenn mir jemand anbietet, alles wegzuschmeißen, weil er so viel Kohle hat, dass er alles neu kaufen kann, dann sag’ ich: Machen Sie das.

Ganz früher hat man gegen die Tierchen DDT eingesetzt. Kommen sie auch wieder, weil man DDT nicht mehr verwenden darf?

Ja, das ist ein Aspekt. Vor 20 Jahren war der Trend noch, dass man gesagt hat: Prophylaxe heißt, regelmäßig spritzen, auch wenn da gar nichts war. Man hat gesagt, komm alle zwei Monate vorbei und sprüh mal vorsorglich meine Küche oder meine Hotelzimmer gegen Schaben aus. Die Hotels, die früher Schaben hatten, die waren ja gebrandmarkt, die wollten nie wieder Schaben haben. Da ist man mit der Chemie noch ganz anders umgegangen. Und man wusste gar nicht, wie sehr man mit dem Gift gegen die Schaben auch die Wanzen zurückgedrängt hat.

Dieses Gift trifft alle Insekten?

Die Mittel, die wir einsetzen, haben bei Schaben und Bettwanzen dieselbe Anwendungskonzentration. Was sich verändert hat, ist vor allem, wo wir arbeiten, wir setzen die Wirkstoffe heute punktuell ein, und nicht massenhaft.

Was Sie damals in Ihrer Ausbildungszeit in der DDR vermittelt bekamen, war wahrscheinlich eher der harte Chemikalieneinsatz.

Nicht nur in der DDR, auch in Westdeutschland. Ich war ja gottseidank hier in Berlin, und Berlin hatte immer eine Vorreiterrolle, da wurde auch viel in Westdeutschland eingekauft, was dann hier für gewisse Objekte verwendet wurde. Zum damaligen Stand der Technik hat man das eben so gemacht. Heute denkt jeder vernünftige Schädlingsbekämpfer erst mal über Alternativen nach, bevor er einem die Bude vergiftet.

Gibt es Öko-Mittel gegen Wanzen?

Es gibt Alternativen, es gibt Kälte und Wärme. Und es gibt Geräte und Verfahren, die diese produzieren, aber meiner Meinung nach sind die noch nicht so weit ausgereift, als dass wir ganz ohne Insektizide auskämen.

Wäre das nicht ein Ziel?

Wir versuchen, so weit wie möglich auf Chemie zu verzichten und mechanische Verfahren anzuwenden, sogar biologische Feinde werden eingesetzt.

Gibt es Tiere, die Bettwanzen fressen?

Nein, bei Bettwanzen gibt es da nichts. Um mal einen vielleicht übertriebenen Vergleich zu wagen: Wenn Sie Krebs haben und Chemotherapie bekommen, dann wird der Körper dabei auch angegriffen, aber Sie können deswegen vielleicht weiterleben. Wenn Sie einen starken Bettwanzenbefall haben und die Bettwanzen schwer zu bekämpfen sind, dann verlangt das eben auch den Einsatz von Insektiziden, da kommt man nicht drum herum. Ich persönlich muss sagen, es gibt Fälle, in denen Menschen reagieren. Aber ob sie auf den Wirkstoff reagieren oder ob das psychosomatisch ist, kann man kaum sagen. Es ist schon vorgekommen, dass Leute zusammengebrochen sind, nur weil sie einen Schädlingsbekämpfer gesehen haben. Wir haben Krankheitssituationen bei Leuten, bei denen wir erst mal nur mit Wasser gearbeitet haben, weil wir wussten, dass das eine sensible Situation ist. Trotzdem sind die Leute krank geworden.

Die Wanzen können ja 40 Wochen im so genannten Dauerstadium verharren, da müssen sie weder atmen noch essen. Wie nehmen sie das Gift dann überhaupt auf?

Gar nicht. Erst, wenn die Bettwanze wieder aufwacht. Das macht die Sache ja so schwer. Viele Leute verlassen nach unserem Einsatz ihre Wohnung, weil sie denken, wenn sie nicht in der Wohnung sind, kommen sie nicht mit dem Insektizid in Berührung. Und dann drehen sie schlimmstenfalls noch die Heizung herunter. Gerade jetzt im Winter sabotiert das die Bekämpfung, weil die Wanze sich dann gar nicht bewegen wird. Dann kommt sie mit dem Insektizid nicht in Berührung, und dann stirbt sie nicht.

Heißt das, ich muss in der Wohnung bleiben, um für die Wanze den Köder abzugeben, der sie aus ihrer Ritze lockt?

Hört sich brutal an, ist aber so. Das ist ja auch das Problem in Hotelzimmern. Das Zimmer, in dem wir arbeiten, wird meist erst mal nicht belegt, und dann gehen die Wanzen ins nächste Zimmer. Deswegen muss man auch die anderen Zimmer kontrollieren. Mein Wunsch ist ja, dass an der Rezeption ein Zettel ausliegt, der auf die Problematik aufmerksam macht. Gäste können Bettwanzen eingeschleppen, das ist ja nicht die Schuld des Hoteliers. Aber der muss sich darum kümmern. Wenn er so einen Zettel herauslegt, zeigt er, dass er sich kümmert.

Wenn ich so einen Zettel im Hotel lesen würde, würde ich vermutlich im Bett liegen und alle drei Sekunden das Licht anmachen, um zu überprüfen, ob sich nicht eine Wanze an mir labt.

Das wäre nicht schlecht, dann wüsste man, ob da etwas ist! Nein, im Ernst: Ich war neulich in Hamburg im Hotel. Ich nehme natürlich erst mal das Bett auseinander und sehe, dass die immerhin schon einen modernen Bezug für die Matratze haben, und weiß also, das Management des Hauses kennt sich mit der Problematik aus. Da sehe ich, die kümmern sich. Wenn mir jemand sagen würde: Sagen Sie an der Rezeption Bescheid, wenn etwas piekt, dann würde mich das freuen.

Die Kopfläuse kommen ja auch wieder. Hat das etwas damit zu tun, dass man heute generell eher auf Gift verzichtet? Oder damit, dass sich die Leute weniger waschen?

Die Hygienekontrollen sind weniger streng. Früher hat man gesagt, ein Kind mit Läusen darf erst wieder in die Schule, wenn es durch das Gesundheitsamt behandelt wurde. So etwas gibt es heute nicht mehr. Heute reicht der Schein: »Mama hat selber gewaschen, und ich war beim Hausarzt.« Ich glaube, man braucht heute noch nicht einmal mehr zum Hausarzt. In meiner Kindheit waren sofort die Leute von der Kreishygiene da, sobald ein Kopflausbefall aufgetreten ist, die haben dann die ganze Klasse antreten lassen. Das macht man heute nicht mehr.

Ist es den Menschen peinlich, wenn sie Sie wegen Flöhen, Wanzen oder anderem Geziefer holen müssen?

Das Schamgefühl hemmt uns in Deutschland sehr. Wenn wir in einer Einfamilienhaus-Siedlung Rattenbefall gemeldet bekommen, heißt es grundsätzlich: »Die kommen vom Nachbarn.« Da stellt sich keiner hin und sagt: »Die hab’ ich auf meinem Misthaufen.«

Bei mir in der Schule gab es das Vorurteil, dass es die Unterschichtskinder sind, die Kopfläuse haben. Wenn jemand Läuse hatte, hieß es, die Famile sei verwahrlost oder jedenfalls nicht ganz sauber.

Die Vorurteile gibt es speziell in Deutschland, weil wir ja angeblich die besten und die saubersten sind. Hier in Deutschland sagt der Bäcker: »Wenn du zu mir kommst, parke Dein Auto fünf Kilometer weiter, zieh dir einen Anzug an und komm mit einem Koffer, niemand darf sehen, dass du ein Schädlingsbekämpfer bist.« In Amerika dagegen wird der Schädlingsbekämpfer als Polizist der Gesundheit angesehen, da wirbt man beim Bäcker mit einem Schild am Schaufenster mit dem Namen des Schädlingsbekämpfers, der den Laden betreut. Denn der, der den Schädlingsbekämpfer holt, der kümmert sich um Hygiene. Und was Arm und Reich angeht: Natürlich gibt es da einen Unterschied. Aber wir gehen zu den Armen wie zu den Reichen.

Gibt es auch in noblen Villas mal Bettwanzen?

Gerade da, die Reichen sind ja viel auf Reisen. Ich hatte erst eben eine Diskussion mit einer Frau, die sich auf den Schlips getreten fühlte, weil ich ihr gesagt hatte, dass wahrscheinlich ihr Hotelaufenthalt in Portugal der Grund sei, warum sie Bettwanzen in der Wohnung habe. Da brüllt sie mich an, was ich mir denke, in was für Herbergen sie schlafen würde, ihr Hotel hätte fünf Sterne gehabt. Da sage ich nur: Na und, und wenn es sechs Sterne waren. Wir gehen bei Schauspielern und Popsängern genauso ein und aus wie bei Hartz-IV-Empfängern.

Wo haben die Erwerbslosen die Wanzen her? Die können ja selten in Hotels übernachten.

Hartz-IV-Empfänger bekommen oft gebrauchte Gegenstände zur Verfügung gestellt, die tauschen ja auch untereinander Gegenstände und Kleidung, und das sind natürlich auch Möglichkeiten, sich die Tierchen zu holen.

Wenn Sie auf eine Party gehen und Leute kennenlernen, und die fragen Sie, was Sie so machen, sagen Sie dann: Ich bin »Kammerjäger«?

Ja, ich sag’ das so. Ich habe damit auch kein Problem. Ich habe so auch schon manche Party gerettet. Wenn wir erzählen, was wir in unserem Beruf so erleben, dann hören die Leute gerne zu. Vielleicht, weil die Geschichten manchmal eklig sind, aber die sind eben total aus dem Leben gegriffen. Selbst wir staunen ja, was wir da so erleben, oft leider auch erschreckende Sachen.

Was denn so zum Beispiel?

Wir sind zum Beispiel einmal in eine WG gerufen worden, da wohnten ein paar junge Frauen, die im Sommer ganz viele Fliegen in der Wohnung hatten. Die haben sich dann entschuldigt, ihre Wohnung sei ja auch ein bisschen schmutzig. Aber da standen nur ein paar Weinflaschen, das war alles ganz normal und nicht der Grund für den Fliegenbefall. Dann haben sie mir gezeigt, dass die Fliegen dort herkommen, wo die Wasseruhren angebracht sind. Ich habe sie dann gefragt, ob sie die Leute kennen, die unter ihnen oder über ihnen wohnen und ob die noch alle da sind. Wir haben dann im Haus herumgefragt, haben am Türschlitz der Wohnung darunter gerochen. Die Hausverwaltung hat dann da den Toten rausgeholt. Für die WG war das schlimm. Sie wussten dann ja, wo die Fliegen geschlüpft sind, die sich bei ihnen morgens aufs Marmeladebrot gesetzt haben.

Sind die Geschichten, die Sie erleben, immer so krass?

Nein, es gibt auch Dinge, über die man sich freut. Wenn man eine Ratte im Kindergarten fängt, vor der vorher der ganze Kindergarten geflohen ist. Oder wenn wir in Wohnungen kommen, schnell die Ursache des Problems finden und schnell helfen können, dann freuen sich die Leute. Schädlinge sind ja auch eine große psychische Belastung für die Betroffenen. Und wenn wir mal in Schulen Schädlingsbekämpfung machen und dort etwa Wespennester entfernen, dann fragen sie uns Löcher in den Bauch über unseren Beruf. Die wissen meist gar nicht, was ein Kammerjäger ist und dass man das lernen kann.

Dabei ist der Beruf ja ganz lukrativ und zukunftsträchtig, wenn sich die Tierchen weiter so ausbreiten, oder?

Lukrativ? Wir haben viel zu tun, aber bekommen das nicht gerade gut bezahlt. Eigentlich müssten alle Kammerjäger dieser Stadt mal 30 Tage lang streiken, damit die Menschen sich erinnern, was für einen wichtigen Beruf wir haben und was zum Beispiel Ratten für einen Schaden anrichten, wie viele Gehwege die unterbuddeln, was in den Wohnungen so alles von Mäusen vollgepisst wird, wie viele Nahrungsmittel in der Lebensmittelbranche von Motten zerstört werden, wie viele Geschäfte wegen Schädlingen schließen müssten. Die Mediziner, die sich um die kleineren Kumpels von unseren Ratten, Mäusen und Wanzen kümmern, die die Bazillen und Viren bekämpfen, die können bessere Preise aufrufen. Aber da ist die Lobby eben weiß, bei uns ist sie blau.

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Zwei Wochen mit Bettwanzen im WK

19.1.2010

Rund hundert Armeeangehörige mussten in Kandersteg wegen Wanzenbefalls dekontaminiert werden. Auch die Offiziere seien selbst von Wanzenbefall betroffen gewesen. Man habe sofort gehandelt, heisst es bei der Armee.

Thomas R.* ist voller Stiche. Über ein Dutzend Mal haben gierige Wanzen den 20-Minuten-Online-Leser erwischt, während er in den letzten drei Wochen im WK war. Mit ihm wurden zahlreiche weitere Rekruten und Offiziere Opfer der kleinen braunen Blutsauger. Etwa die Hälfte der rund 30 Personen, die Anfang November miteinander zum Kadervorbereitungskurs nach Kandersteg einrückte, ist zum Teil massiv verstochen. Zwei davon hatten gar allergische Reaktionen und in der Folge Hautausschläge am ganzen Körper. Zugezogen haben sich dies die Armeeangehörigen in der Pfadi-Unterkunft in Kandersteg. Dort waren sie während dem Kadervorbereitungskurs untergebracht.

Was Thomas R. besonders ärgert, ist die ...

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Bettwanzen - Register für nordamerikanische Hotel´s

19.12.2009

Das Bettwanzen-Register bedbugregistry.com ist eine freie, allgemeine Datenbank. Verwenden Sie es, um Reporte zu überprüfen, bevor Sie ein Hotelzimmer anmelden oder ein Appartement mieten.

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Die schleichende Rückkehr der Bettwanzen

19.7.2009

Die Attacke erfolgt immer nachts: Der bis zu acht Millimeter große Angreifer kriecht aus seinem Versteck hervor, krabbelt den schlafenden Körper entlang und sticht zu, saugt sich binnen fünf Minuten mit Blut voll und verschwindet. Die gemeine Bettwanze ist zurück: Im Gepäck von Touristen erobert sie immer mehr Terrain.

Experten warnen: ,,Die Zahlen steigen kontinuierlich an.“ Wurden der Landesvertretung des Deutschen Schädlingsbekämpfer Verbands (DSV) in Berlin 2007 noch 210 Verwanzungen gemeldet, waren es 2008 schon 330 Fälle. „Wir rücken jetzt zwei bis drei Mal die Woche aus. Die Zahlen steigen und die Dunkelziffer der Verwanzungen dürfte sogar um ein Vielfaches höher sein“, sagt Mario Heising, Vorsitzender der DSV-Landesvertretung. Zum einen ist ein Wanzenbefall nicht meldepflichtig, zum anderen versuchen viele, einen solchen zu vertuschen. „Viele Leute schämen sich und ekeln sich“, sagt Heising WELT OMLINE. Dabei sei die Wanze in Deutschland längst wieder auf dem Vormarsch.

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Droht uns die Invasion der Bettwanzen?

7.4.2009

Bei den meisten fängt es sofort an zu jucken, wenn sie die Gruselnachrichten über die wachsende Wanzenplage in New Yorker Hotels lesen. Heißt es dann, dass man die Parasiten vielleicht im Koffer mit sich nach Hause schleppt, wird's einem endgültig mulmig. Laut BBC ist die Zahl der gemeldeten Fälle in der amerikanischen Metropole im letzten Jahr um 34 Prozent auf über 10.000 gestiegen. Aber nicht allein in New York und den USA werden auch Wohnungen zunehmend von dem zähen Parasiten heimgesucht. Auch in Deutschland vermelden Kammerjäger steigende Fallzahlen. "Bettwanzen sind weltweit ein Problem", sagt Gabriele Schrader vom Umweltbundesamt in Berlin. Die Zoologin ist sich sicher: "In Deutschland gibt es keine Großstadt mehr, in der sich keine Bettwanzen finden. Und es wird immer mehr."

Weitere Informationen über den Link.

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Schade GmbH in Dresden

4.3.2009

Unsere Gesellschaft hat eine neue und damit weitere Homepage eröffnet. Interessant und aktuell werden Infomationen zur Schädlingsbekämpfung auch dort zur Verfügung gestellt. In Kürze folgt die Eröffnung unseres Online-Shop´s. Viel Spass beim reinschauen.

[Link]

Bettwanzen bekämpfen - Befall steigend

4.2.2009

Der Deutsche Schädlingsbekämpfer-Verband e. V., Landesverband Berlin informiert im Januar über die für 2008 durchgeführte Bekämpfungserhebung.
Es nahmen an der Erhebung 16 Betriebe des Landesverbandes teil. Für das Jahr 2008 wurden von den teilnehmenden Betrieben 8298 Rattenbekämpfungen gemeldet. 2005 waren es 8090 Rattenbekämpfungen, gemeldet damals von nur 14 Betrieben. Hier ist also keine Veränderung zu erkennen. Übrigens: Die zuständige Behörde im Land Berlin erfasste nur 5350 Bekämpfungen.
Bei den Bettwanzenbekämpfungen stellt sich die Situation eher beachtenswert dar. Während für das Jahr 2007 210 Bekämpfungen gemeldet wurden, waren es im Jahr 2008 schon 330. Grund für die Zunahme ist mit größter Wahrscheinlichkeit die Erhöhung der Reisetätigkeit. Also aufgepasst, Bettwanzen machen auch vor 6 Sterne - Hotels nicht halt.

Ratten, FDP, Berlin und DSV

17.1.2009

1. Akt:
Das war die Schocker-Meldung: "FDP-Politiker will Arme auf Nager-Jagd schicken".

2. Akt:
Hier die erste Reaktion des DSV (Bundesverband und Berlin) und der Öffentlichkeit

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Erstaunen habe ich die Worte ihres Vorsitzenden in Berlin Mitte, Herrn Henner Schmidt, zur Kenntnis genommen. Herr Schmidt sollte sich erst einmal über die Problematik der Schädlingsbekämpfung sachkundig machen, hier insbesondere die gesetzlichen Bestimmungen. Er ruft öffentlich zum Verstoß gegen das Tierschutzgesetz auf. Die professionellen Firmen (i.d.R. sehr kleine und mittlere Unternehmen, also ihre Klientel!!) müssen lange lernen (3 Jahre), um diesen Beruf ausüben zu können. Für diese Firmen ist insbesondere die Rattenbekämpfung im Stadtbereich ein nicht zu übersehender Wirtschaftsfaktor. Herr Schmidt scheint über die Berufe in Deutschland nicht informiert zu sein, sonst könnte er solche abstrusen Ideen wohl kaum entwickeln. Ganz nebenbei kann die Problematik durch Laien nicht gelöst werden, da die Kenntnis über Wirkungsweise und Resistenzbildung absolut nicht vorhanden ist. Sollte allerdings das alte Bild des "Kammerjägers" noch vor seinen Augen sein, so kann ich hier nur ausführen, dass sich dieser Beruf genauso ins Moderne entwickelt hat, wie alle anderen Berufe auch. Die Zeiten der Flöte sind vorbei.

Mit freundlichen Grüßen

Rainer Gsell

Deutscher Schädlingsbekämpfer-Verband e. V.

Von: DSV Berlin [mailto:dsv.berlin@arcor.de]
Gesendet: Dienstag, 16. Dezember 2008 17:26
An: 'fdp-fraktion@fdp.parlament-berlin.de'
Betreff: Rattenfänger - Berichte im Berliner Kurier am 15. und 16.12.08

Sehr geehrte Damen und Herren der Berliner FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus,

ich gehe davon aus, dass Sie die im Betreff erwähnten Berichte alle kennen.

Ihr Herr Henner Schmidt wird zitiert "Vor allem Leute, die sonst auch Flaschen sammeln, können dann für jede tote Ratte einen EURO bekommen". Hartz-4-Empfänger und Ärmere sollen sich um die Tötung der Ratten kümmern.

Also diese Aussagen kann ich so nicht aktzeptieren. Befinden wir uns wieder in der Zeit der Jäger und Sammler. An Hand mancher Aussagen habe ich mittlerweile den Eindruck.

Ich finde es sehr unangebracht Ärmere und Hartz-4-Empfänger im Zusammenhang mit Ratten und deren Tötung zu bringen. Wo ist der Zusammenhang zu finden.
Zur Tötung von Wirbeltieren benötigt man die entsprechende Sachkunde, fachliche Eignung und Genehmigung der zuständigen Behörde. Das ist Gesetz.
Ein Schädlingsbekämpfer, übrigens seit ca. 6 Jahren wieder Erstausbildungsberuf, muß 3 Jahre seinen Beruf erlernen. Inhalte dieser Ausbildung sind u. a. nicht nur die Biologie und Lebensweise der Schädlinge sondern auch sämtliche Verfahren mit sicherheitstrelevanten Vorschriften zum Schutz der Nichtzieltiere und des Menschen. Warum hat sich das wohl so entwickelt.
Resistenzbildung, Vergiftung von Hunden und Katzen, Kinder durch Schlagfallen verletzt, Kontamination von Erdreich u. a. wären da nur ein paar genannte Schlagzeilen.
Jedes professionelle Schädlingsbekämpfungsunternehmen, fast ausschließlich Mittelstandsunternehmen - ich dachte immer ihre Zielgruppe, erzielen nach entsprechender Auftragserteilung eine Tilgung des Rattenbefalles. Zu jeder Bekämpfung gehört die Ursachenforschung und wenn diagnostiziert, deren Beseitigung. Hier mag es eher ein Problem geben. Darüber sollte Herr Schmidt sich Gedanken machen. Ungeschulte, nicht ausgebildete "Rattenfänger" haben weder in Europa noch sonstwo was zu suchen. Der gesundheitliche und wirtschaftliche Schaden wäre wohl größer, als ihn die Ratten anrichten.

Im Land Berlin herrscht eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsämtern und den Schädlingsbekämpfern. Es kommen nur sachkundige Mitarbeiter zum Einsatz. Jeder, der zuständigen Behörde bekannt gewordene oder gemeldete Rattenbefall hat eine Bekämpfung zur Folge. Deren Abschluß der Behörde in der Regel auch dargestellt wird. Einzelfälle, wo dies ausblieb, bilden die Ausnahme. Mit Erscheinen der Schädlingsverordnung wird dies auch wieder geregelt.

Ich gehe davon aus, dass es sich um die Idee eines Einzelnen handelt und sich die Allgemeinheit davon distanziert. So wie sich alles entwickelt hat, entwickelte sich auch der Kammerjäger/Rattenfänger zum modernen Schädlingsbekämpfer. Es gibt keine Rattenfänger und auch keine Kammerjäger mehr.

Mit freundlichen Grüßen

Mario Heising
1. Vorsitzender des LV Berlin

Deutscher Schädlingsbekämpfer-Verband
Landesverband Berlin e. V.

3. Akt:
Nach einem sehr breiten und sehr ablehnenden Echo stellte die Berliner FDP-Fraktion klar.

Gesendet: Mittwoch, 17. Dezember 2008 09:47
An: dsv.berlin@arcor.de
Betreff: WG: Rattenfänger - Berichte im Berliner Kurier am 15. und 16.12.08

Sehr geehrter Herr Heising,
vielen Dank für Ihre erhellenden Ausführungen zur Schädlingsbekämpfung.
Nachfolgend sende ich Ihnen ein klärendes Statement des Vorsitzenden der
FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin, Dr. Martin Lindner, sowie die
entsprechende dpa-Meldung.
Mit freundlichen Grüßen,
Jan Gerd Becker-Schwering
Fraktionsgeschäftsführer
FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin Preußischer Landtag
10111 Berlin
www.fdp-fraktion-berlin.de

Dr. Martin Lindner:
"Ich halte den Vorschlag des Vorsitzenden der FDP Mitte, Henner Schmidt, zur Bekämpfung der Rattenplage für äußerst unglücklich und ungeeignet. Hinzu kommt, dass von Teilen der Medien der falsche Eindruck erweckt wurde, dem Kollegen Schmidt sei es um den gezielten Einsatz von Armen zur Bekämpfung der Rattenplage gegangen. Ich bin aber froh, dass er den entstandenen falschen Eindruck sehr schnell korrigiert hat. Ich finde, dies ist anzuerkennen und rufe alle auf, sich jetzt wieder den vordringlichen Problemen unserer Stadt zuzuwenden."

Lindner zu FDP-Vorschlag für Ratten-Fangprämie: «Unglücklich»
brb0038 4 pl
243 lbn 4159 Parteien/FDP/Berlin/ Lindner zu FDP-Vorschlag für
Ratten-Fangprämie: «Unglücklich» =

Berlin (dpa/bb) - Der Berliner FDP-Fraktionsvorsitzende Martin Lindner hält
nichts von der Idee seines Stellvertreters Henner Schmidt, die Rattenjagd in
Berlin mit einer «Fangprämie» von einem Euro zu belohnen. «Ich halte den
Vorschlag von Schmidt zur Bekämpfung der Rattenplage für äußerst unglücklich
und ungeeignet», sagte Lindner am Dienstag der dpa. «Hinzu kommt, dass von
Teilen der Medien der falsche Eindruck erweckt wurde, dem Kollegen Schmidt
sei es um den gezielten Einsatz von Armen zur Bekämpfung der Rattenplage
gegangen», sagte Lindner. «Ich bin aber froh, dass Schmidt den entstandenen
falschen Eindruck sehr schnell korrigiert hat.»

Unter Schlagzeilen wie «Der Rattenfänger von Mitte» oder «Arme sollen Ratten
jagen» hatte Schmidts Vorschlag für Aufsehen in den Boulevardzeitungen
gesorgt. Der FDP-Chef des Bezirks Mitte hatte am Montag dem «Berliner
Kurier» gesagt, die Rattenplage in Berlin müsse stärker bekämpft werden.
«Vor allem Leute, die sonst auch Flaschen sammeln, könnten dann für jede
tote Ratte einen Euro bekommen.» Einen solchen Antrag wolle die FDP-Fraktion
am Donnerstag in das Bezirksparlament einbringen.

Nach Angaben aus der FDP-Fraktion hat der 44-jährige Abgeordnete in weiteren
Stellungnahmen klargestellt, dass er keinesfalls arme Menschen und
Sozialhilfeempfänger zur Rattenjagd verpflichten wollte. Es sei ihm immer
nur um freiwillige Aktionen, um bürgerschaftliches Engagement gegangen, um
die Ratten zu bekämpfen. Konkret hatte Schmidt eine Treibjagd von vielen
Freiwilligen im Kreis auf dem Alexanderplatz vorgeschlagen. Dort registriert
das Bezirksamt wegen der vielen Tiefbaumaßnahmen besonders viele
aufgescheuchte Nager.

[FDP-Fraktion]: Preußischer Landtag, 10111 Berlin
[FDP-Mitte]: Französische Str. 8, 10117 Berlin

dpa bh yybb n1 bn

161157 Dez 08

4. Akt:
Diese Klarstellung kommentierte der DSV:
Pressemitteilung

Mit Genugtuung hat der Deutsche Schädlingsbekämpfer-Verband e. V. die Stellungnahme der FDP Fraktion in Berlin zur Kenntnis genommen, die den unsäglichen Vorstoß des Vorsitzenden von Berlin Mitte, Herrn Henner Schmidt, als unsinnig bezeichnet. Dieser hatte vorgeschlagen, Hartz IV Empfänger in Berlin zur "Rattenjagd" einzusetzen und mit je 1,-- EUR für jede erlegte Ratte zu entlohnen.

Erschrocken sind wir als Fachverband über das Unwissen sowohl der Politiker als auch der Presse und Öffentlichkeit die Dienstleistung Schädlingsbekämpfung betreffend. Die über 4000 qualifizierten Schädlingsbekämpfer in Deutschland führen pro Jahr ca. 3 Millionen Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen durch. Außer der Rattenbekämpfung in öffentlichen Bereichen sind dies noch die Bekämpfung von Nagetieren und Insekten im Tierseuchenfall, um hier eine Übertragung der Tierseuchen zu verhindern; die Prophylaxe im Lebensmittelbereich, um den hohen Qualitätsansprüchen der Öffentlichkeit an die Lebensmittelhygiene genüge zu tun; die Prophylaxe und akute Bekämpfung von Krankheitsüberträgern in Gemeinschaftseinrichtungen; die Bekämpfung von Hygieneschädlingen in Wohnanlagen; die Bekämpfung von Holzzerstörenden Insekten und Pilzen zur Erhaltung der Standsicherheit von Gebäuden. Dies ist nur ein kleiner Auszug aus dem Aufgabenfeld des Schädlingsbekämpfers.

Zur Erfüllung dieser Aufgaben hat sich der Schädlingsbekämpfer nicht nur einer dreijährigen Ausbildung zu unterziehen sondern muss noch zusätzlich diverse Qualifikationen, sowohl im Bereich des Tierschutzgesetzes, als auch im Erfüllen der Gefahrstoffverordnung ablegen. Die Betriebe der Schädlingsbekämpfung sind der Berufsgenossenschaft? Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege? zugeordnet. Hier sind alle ärztlichen Dienstleistungen eingeordnet. Dies zeigt die Bedeutung der Dienstleistung Schädlingsbekämpfung zur Erfüllung allgemeiner Hygiene- und Gesundheitsauflagen.

Nicht zuletzt sei hier auf die umfangreiche Studie der WHO zur Wichtigkeit der Schädlingsbekämpfung im Umfeld des Menschen hingewiesen. www.urbanpestsbook.com

Deutscher Schädlingsbekämpfer-Verband e. V. www.dsvonline.de

Rainer Gsell
Bundesgeschäftsführer


Essen, den 19. Dezember 2008

[Link]

Unfassbarer Politiker-Vorschlag - Arme Menschen sollen Ratten fangen (18.12.2008)

19.12.2008

Berliner FDP-Stadtrat: „Pro totem Tier könnte es einen Euro geben“. HIER erfahren Sie die unglaublichen Details.
Berlin – Der Mann meint das wirklich ernst! Henner Schmidt (44), FDP-Politiker in Berlin, fordert, dass die armen Menschen in der Hauptstadt Ratten jagen sollen – für einen Euro Kopfgeld pro getötetem Tier.
Die zynische Erklärung des Vize-Fraktionschefs der Liberalen im Berliner Abgeordnetenhaus: „Vor allem Leute, die sonst auch Flaschen sammeln, könnten dann für jede tote Ratte auch einen Euro bekommen.“

Köder und Fallen könnten sich die Rattenfänger beim Gesundheitsamt abholen.

Am Donnerstag will die FDP diesen Antrag tatsächlich in einem Stadteilparlament stellen, in der Bezirksversammlung Berlin-Mitte. Begründung: Allein in diesem Bezirk soll es rund 300.000 Ratten geben.

Trotzdem: Fachleute warnen davor, Amateure Fallen aufstellen zu lassen. „Was geschieht, wenn dort ein Kind oder ein Haustier rein gerät“, fragt Mario Heising, Chef des Berliner Schädlingsbekämpfungsverbandes. Außerdem würden Ratten in Berlin bereits erfolgreich bekämpft.

Die Zahl der Tiere sei seit langem nicht mehr angestiegen. Und wenn bald die neue Schädlingsbekämpfungsverordnung in Kraft tritt, dürften ohnehin nur noch Kammerjäger die Nager zur Strecke bringen.

Zweifel auch bei Amtsärztin Anke Elvers Schreiber: „Was ist denn, wenn jemand gezüchtete Ratten abliefert?“

Mit Empörung reagierte Ulrike Mascher (70), Präsidentin des Sozialverbandes VdK Deutschland, auf den Vorschlag. „Vielleicht sollte Herr Schmidt mal mit seinen Fraktionskollegen einen Selbstversuch machen, damit er sieht, was er mit seiner Aussage angerichtet hat“, so Mascher zum EXPRESS.

„Ich frage mich, was dieser Herr überhaupt noch im Kopf hat. Das ist ja schlimmer als im Mittelalter“.

Dagegen sind die Vorschläge des Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin ja noch fast menschlich.“ Sarazzin (SPD) hatte im Frühjahr Hartz IV-Empfängern vorgerechnet, für bereits 3,76 Euro gäbe es drei volle Mahlzeiten pro Tag.

Im Sommer riet er dann den armen Deutschen, im Winter in der Wohnung einfach einen dicken Pullover anziehen, anstatt die Heizung hochzudrehen. Selbst bei Parteigenossen erntete Sarazzin für diese Vorschläge Kopfschütteln.
express.de

[Link]

Landeverbot - Nadelstiche gegen Taubenplage

14.11.2008


"Guru, ich sch... euch zu!" doch Stacheln sollen Tauben vertreiben.
ddp

Berlin - Sie werden geliebt. Sie werden gehasst. Doch über ihren Dreck sind sich alle einig: eklig! Darum plant der Senat noch in diesem Jahr für Berlins Tauben ein Landeverbot beispielsweise in der Nähe von Kliniken oder Kitas.

Doch Taubenfreunde brauchen sich nicht empört aufzuplustern: Den Vögeln geht es nicht an die Federn. Geplant ist eher eine Politik der feinen Nadelstiche: Die Tiere sollen in der Nähe von "hygienisch sensiblen Aufenthaltsbereichen des Menschen" (so die Senatsumweltverwaltung) vergrämt werden. Das heißt: Spitze Stacheln oder Netze hindern die Tiere daran, sich an ihren Tauben-Treffs niederzulassen oder gar Nester zu bauen und dort ihren Dreck zu hinterlassen.

Das gibt es zwar schon heute. Doch wenn jetzt die Gesundheitsämter in den Bezirken Taubendreck beispielsweise unter Dachvorsprüngen entdecken, können sie beim Hausbesitzer nur bitte, bitte sagen: "Bitte, vertreibt die Tauben!". Das soll künftig anders werden, das energische "Basta! Die Tauben müssen weg!" die Bitten ersetzen.

Damit das klappt, werden die Tauben jetzt in die neuen Schädlings-Bekämpfungsverordnung aufgenommen, fürs "Basta!" eine gesetzliche Grundlage geschaffen.

Susanne Kröck
Berliner Kurier, 13.11.2008

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In der Überzahl - Drei bis sechs Millionen Ratten leben in Berlin. Die Hauptstadt bietet ihnen komfortable Lebensbedingungen. Mehr Sorgen bereiten Experten allerdings Bettwanzen.

24.8.2008

Berlin - Sie tummeln sich in Grünanlagen, an Spree- und Havelufern, verkehren gern in der Nähe von Imbissbuden und finden auch manchmal den Weg in die heimische Küche oder ins Bad: Ratten, genauer Wanderratten, haben in einer Großstadt wie Berlin beste Lebensbedingungen. Vor allem in Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf fühlen sich die Nager gern wohl. 3063 Mal mussten Schädlingsbekämpfer zwischen 2004 und 2007 im Kampf gegen die Nager einschreiten. Mehr als 2300 Fälle wurden den Gesundheitsämtern in der West-City gemeldet, wie die Senatsgesundheitsverwaltung in einer Kleinen Anfrage mitteilte. „Ratten sind sichtbarer geworden“, sagt Mario Heising, Landesvorsitzender des Deutschen Schädlingsbekämpfer Verbandes (DSV). Von einer Rattenplage könne man nicht sprechen, sagt Heising. Das größere Schädlingsproblem, das in Berlin auf dem Vormarsch ist, seien – Bettwanzen. Die würden durch Fernreisen mitgebracht und könnten sich dann in heimischen Gefilden gut ausbreiten.

Dass in den innenstädtischen Bereichen mehr Fälle von Rattenbekämpfung registriert werden, liegt an der Kanalisationsdichte. 90 Prozent der Einsätze gegen Ratten seien auf Materialdefekte oder Baumängel in Häusern zurückzuführen, sagt der Experte. Dass die Schädlingsbekämpfer am häufigsten – in 33 Prozent aller Fälle – zu Wohn- und Mietshäusern gerufen werden, hänge mit Modernisierungen der Leitungssysteme zusammen. Drangen die Ratten früher in die Keller vor, können sie über Schächte auch die oberen Etagen erreichen. Experten raten deshalb, keine Speisereste in den Ausguss von Toiletten zu kippen. Es gibt keine seriösen Zahlen über Ratten in Berlin. Vorsichtige Schätzungen gehen von drei bis sechs Millionen aus.

Rattenbekämpfung ist Vermietersache

Bis 2006 gab es eine Meldepflicht für Rattenbekämpfungsfälle in Berlin. Die Aufhebung der Vorschrift erfolgte durch ein Gesetz zur Rechtsvereinfachung und Entbürokratisierung. Allerdings fordern Schädlingsbekämpfer und Gesundheitspolitiker eine erneute Anzeigenpflicht. „Es fehlen Zahlen, um zu wissen, wie sich die Populationen ausdehnen“, sagt FDP-Politiker Kai Gersch. Eine solche Statistik sei aber für die Prävention notwendig, um mögliche Infektionen zu verhindern. Ratten können Krankheitserreger wie Salmonellen, Leptospiren oder Toxoplasmen übertragen, die zu schweren Organschädigungen führen können. „Nur über eine zentrale Registrierung können wir den Ursprung einer riesigen Rattenpopulation wirksam bekämpfen“, sagt Schädlingsbekämpfer Heising. Die Gesundheitsverwaltung prüft derzeit, ob die Meldepflicht für Schädlinge wie Ratten oder Schaben wieder eingeführt werden soll.

Wenn Mieter Rattenbefall entdecken, können sie den Eigentümer über die neuen Mitbewohner informieren, der dann aktiv werden muss. „Das ist grundsätzlich Vermietersache, außer Mieter sind durch Hygienemängel dafür verantwortlich“, sagt Hartmann Vetter vom Berliner Mieterverein. Reagiert ein Vermieter nicht auf Schädlingsbefall, solle man sich an das örtliche Gesundheitsamt wenden.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 19.08.2008)

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Eichenprozessionsspinner wird zu lästigem Dauerbewohner in Brandenburgs Wäldern

4.8.2008

Helge Funk ist vorsichtig geworden in seinem Wald. Seitdem kürzlich eine Exkursiongruppe über heftigen Juckreiz klagte, führt der Förster Besucher nur noch mit äußerster Sorgfalt durch sein Revier bei Wolfslake im Landkreis Oberhavel. Ständig weist er dabei auf tellergroße, hellbraune Klumpen auf dem Waldboden hin. Was aussieht wie Kuhdung, sind die Reste einer Raupenkolonie des Eichenprozessionsspinners.

«Das eigentliche Problem sind die Härchen der Raupen», sagt Funk und zeigt auf die fahlgrauen, kurzen Stoppeln an den etwa zwei Zentimeter großen Hüllen der Raupen. An ihnen haftet das Nesselgift Thaumetopoein, das bei Menschen zu Rötungen der Haut bis hin zu Asthmaanfällen führen kann. «Bei Trockenheit und Wind schwirren diese Härchen durch den ganzen Wald. Und mit ihren Widerhaken bleiben sie an der Kleidung und an der Haut hängen», erklärt Funk. In der Folge könne es noch viele Tage später zu allergischen Reaktionen kommen.

Allein in seinem Revier um Wolfslake bei Oberkrämer sind deshalb über zehn Hektar Wald unbegehbar. «Obwohl wir im vergangenen Jahr massiv ein Mittel zur Häutungshemmung gesprüht haben, sind sie in diesem Jahr wieder aufgetaucht», berichtet Funk. Zwar gebe es die Kolonien nun nicht mehr an den behandelten Stellen, dafür aber ein paar Kilometer weiter. Nun prangen gelbe Hinweisschilder in den Mischwäldern. «Wir können die Bevölkerung nur noch aufklären und warnen.» Andere Möglichkeiten, der Plage zu begegnen, sieht Funk nicht. «Die Nester von einem Kammerjäger von den Bäumen zu holen, macht vielleicht in einem Wohngebiet oder auf öffentlichen Plätzen Sinn.»

Dass er die Plagegeister überhaupt noch einmal los wird, glaubt Funk nicht. «Es wird wohl Perioden geben, in denen er mal mehr und mal weniger auftritt." Wieder ganz verschwinden würde der Eichenprozessionsspinner wohl nur, wenn sich das Klima wieder in eine andere Richtung verändert. Genauso sieht das auch Paul Schulz von der Landesforstanstalt in Eberswalde. Der Fachmann für Forstschutz sieht in der Trockenheit von April bis Mai den Hauptgrund dafür, dass sich der Schmetterling von seiner angestammten Heimat im Mittelmeerraum über Süddeutschland bis in den Norden ausgebreitet hat.

«Wenn sich die Raupen im Frühling häuten, sind sie für Feuchte anfällig. Und wenn der Niederschlag in dieser Zeit ausfällt, sind sie natürlich im Vorteil», sagt Schulze. Eben diese Bedingungen findet der Eindringling seit geraumer Zeit in Brandenburg vor. Besonders die Regionen Oberhavel und Hoher Fläming verzeichnen seit mehreren Jahren geringe Niederschläge im Frühjahr. Und in jene Regionen ist der Prozessionsspinner stark vorgedrungen. «Laut Schätzungen der Revierförster sind 260 Hektar in den beiden Gebieten betroffen», sagt Schulz.

Und wäre der Eichenprozessionsspinner nicht schon Plage genug, gesellt sich nun auch noch der Kiefernprozessionsspinner hinzu. Er stammt wie sein Artgenosse aus südlichen Gefilden und bevorzugt Kiefern als Nist- und Nahrungsplatz. Erstmals in diesem Jahr melden Revierförster aus Cottbus und Storkow massenhaften Befall. Den Bäumen selbst schaden die beiden Prozessionsspinner aber kaum. Zwar fressen ihre Raupen ganze Äste der Bäume kahl, gesunde Bestände verkrafteten die Attacken allerdings problemlos, sagt Funk. «Wenn nicht andere Stressfaktoren wie Wassernot und starke Luftverschmutzung dazu kommen, schlagen die Bäume spätestens im August noch einmal aus.»

(ddp)

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Das WHO-Buch ist da

23.7.2008

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat ihr Buch über "Public Health Significance of Urban Pests" vorgestellt.


Aus Schädlingsbekämpfersicht wichtig: Erstmals wird hier systematisch der Einfluss von Schädlingen auf die öffentliche Gesundheit untersucht. CEPA-Präsident Robert Stuyt: "Die Schlussfolgerungen des Buches stehen in einer Linie mit der CEPA-Strategie, den Wert und die Rolle der Schädlingsbekämpfung bei der kontinuierlichen Weiterentwicklung einer gesunden und hygienischen Umwelt für alle Europäer auf breiterer Basis anzuerkennen. Die CEPA bestärkt alle ihre Mitglieder, dieses Buch und seine Schlussfolgerungen in allen nationalen und lokalen Bereichen zu verbreiten."

Im Buch selbst wird u.a. vor modernen Unarten "gewarnt"

Ratten und Fliegen finden in falsch angelegten Komposthaufen ideale Lebens- und Brutbedingungen
Hausstaubmilben, einer der häufigsten Allergie-Auslöser, profitieren von hoher Luftfeuchtigkeit in gut isolierten und schlecht belüfteten Räumen
Das Füttern von Vögeln durch wohlmeinende Mitbürger ist eine Mitursache von Ratten- und Vogelbefall
Wassertonnen und Teiche können Fluginsekten gute Brutmöglichkeiten bieten
Die Unterstützung der Ansiedlung von Igeln und anderen kleinen Säugetieren im Garten kann zur Verbreitung von Zecken führen

In der Zusammenfassung bietet das Buch folgende Tipps an:

Im Winter gut lüften, um Hausstaubmilben zu töten
Räume sauber und ordentlich halten
Durcheinander und Unordnung minimieren
Abfall in verschlossenen Behältern aufbewahren
Haustiere auf Zecken und Flöhe untersuchen
Im Garten: Kompost bedecken, nur Grünabfall kompostieren, Fische und Molche im Teich unterstützen.

Eine 48seitige Zusammenfassung der 569 Seiten, in Deutsch verfasst vom britischen "Chartered Institute of Environmental Health", kann unter www.urbanpestsbook.com heruntergeladen werden.


Das Buch wurde am 26. Juni in London im Rahmen einer politischen Veranstaltung vorgestellt. Europaweit vorgestellt wird es nach einer WHO Minister-Konferenz am 2. Juli in Tallin.

Quelle:www.schaedlings.net

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Senat will dem Waschbären vom Alex auf den Pelz rücken

17.6.2008

Senat will dem Waschbären vom Alex auf den Pelz rücken
Einzelgänger haust in der Tiefgarage des Park Inn

Kleiner Bär, was nun? Seit Wochen haust ein Waschbär in der Garage des Hotels Park Inn am Alexanderplatz. Er soll Tauben fressen und gelegentlich vor Burger King ein Frühstück einnehmen. Wie es um den Zustand des Allesfressers bestellt ist, prüft nun die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. In der Nacht zu heute wollte sich der Wildtierbeauftragte Derk Ehlert in der Garage auf die Suche nach dem Wildtier machen.

Drei Punkte seien für ihn von Interesse, sagt Ehlert: "Geschlecht, Gesundheitszustand und Nahrungsbeschaffung." Schließlich hätten Mitarbeiter von Burger King in den Morgenstunden des Öfteren ein "komisches" Tier in ihren Abfällen wühlen sehen. Aus dem Hotel war zu hören, der Bär fresse Tauben und deren Eier. Gefüttert hat ihn angeblich keiner. Das ist - wie bei Wildschweinen und Füchsen auch - verboten, auf die Ordnungswidrigkeit steht eine Geldstrafe.

Die Senatsverwaltung ist von der Direktion des Vier-Sterne-Hotels zu Rate gezogen worden. Denn der ursprüngliche Plan des Hauses war nicht aufgegangen. Man wollte eine Patenschaft für das Tier übernehmen und suchte öffentlich ein artgerechtes Quartier für den blanken Gast.

Doch Privatleute sowie Zoo und Tierpark lehnten ab.

Rechtlich gesehen war das Unterfangen von vornherein haltlos. "Niemand hat das Recht, sich ein herrenloses Wildtier anzueignen, auch wenn es sich auf seinem Grundstück bewegt", sagt Derk Ehlert. Solche Tiere unterliegen dem Jagdrecht und dürfen in der Stadt nicht geschossen werden. In der Konsequenz kann das bedeuten: Wenn dem Bären seine Unterkunft zusagt, darf er weiterhin dort wohnen. Denn von den geselligen Wildtieren geht keine Gefahr aus - weder für Menschen noch für Autokabel, sagt Ehlert.

Ist der Kleinbär krank, entscheidet Ehlert, ob das Tier vor Ort oder in ärztlicher Obhut behandelt wird.

Das triste Ambiente dürfte ihm einerlei sein: Waschbären sind nachtaktiv und farbenblind, sie orientieren sich im Dunkeln mittels Geruchs- und Tastsinn.

Dennoch mutet die Beton-Behausung ungewöhnlich an. Ein Großteil der Berliner Waschbären-Population konzentriert sich rund um Flüsse, Kanäle und Seen. "Uns sind etwa 100 bis 120 Familienverbände bekannt", sagt Ehlert. Immerhin 20 von ihnen leben ebenfalls in Gebäuden: in einem Einkaufszentrum in Spandau, verlassenen Industriehallen und Schuppen am Stadtrand. Dachböden und Kamine sind als Schlaf- und Wurfplätze beliebt.

Ihren Ursprung hat die Berliner Population in einer Farm in Strausberg gehabt, aus der die Tiere mit Ende des Zweiten Weltkriegs geflüchtet sein sollen. Die Hochburg in Deutschland ist Kassel, wo auf 100 Hektar bis zu 100 Tiere leben. Urheimat aller Waschbären ist Nordamerika.

Ehlert vermutet, dass der Hotel-Bär ursprünglich am Brandenburger Tor aufgewachsen ist. "Dort lebt eine Waschbärenfamilie, bei der ich seit einiger Zeit zwei Jungtiere vermisse."

Quelle: Weltonline

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Jagd auf Alex-Waschbär Willi

13.6.2008

jetzt geht es ihm an den Pelzkragen
Jagd auf Alex-Waschbär Willi
Hotel Park Inn hat schon den Tierfänger bestellt, sucht ein neues Zuhause für das Wildtier

Willi schaut in eine ungewisse Zukunft.

Mitte - Waschbär Willi liebt den Luxus. Weil ihm am Alex die (ungebratenen!) Tauben praktisch ins Maul fliegen, hatte er den Wald gründlich satt, zog ins Parkhaus vom noblen Hotel "Park Inn". Doch jetzt geht es ihm an den Pelzkragen. Willi muss weg!

Wer in der Hochgarage vom "Park Inn" sein Auto abstellt, muss dafür pro Tag bis zu 20 Euro blechen. Ein Preis, der sich gewaschen hat. Also genau der richtige Platz für einen Waschbär! Da liegt Willi nicht auf der faulen Waschbärenhaut. Eifrig fängt er schon seit Wochen die Tauben, die mit ihrem Dreck die Autos bekleckern. Den Sauber-Service gibt’s sogar gratis (nur die Tauben müssen leider mit ihrem Leben bezahlen...).

Dennoch ist im ersten Haus am Platz künftig kein Platz mehr für Willi: Was ist, wenn er doch mal einen Menschen beißt? "Ein Waschbär ist ein Wildtier, eine Hochgarage ist keine artgerechte Unterbringung", heißt es in der Direktion. Die sucht jetzt für Willi ein neues Zuhause in einem Tiergehege (Tel. 23 89 41 03), hat den Tierfang schon bestellt.

Wer also künftig ätzenden Taubendreck auf seinem Auto entdeckt, findet das beschissen: Willi klotzte ran, künftig wird wieder gekleckert.
Quelle: Berliner Kurier, 13.06.2008

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Stadttauben und Gebäude

5.6.2008

Hinweise für Hauseigentümer und Verwalter:
Stadttauben gehören zu den wenigen Vogelarten, die in unseren Stadtzentren leben. Sie leben in allen Bezirken Berlins. Als ursprüngliche Felsenbewohner brüten sie bevorzugt an Häuser-fassaden, in Nischen, auf Simsen oder auf Dachböden. Nicht nur alleine wegen ihres traditio-nellen Symbolcharakters gehören sie auch zum Bild unserer Stadt.
An einigen Orten in der Stadt bereiten Massenansammlungen der Tauben Probleme: Eine Tau-be produziert jährlich 10 bis 12 Kilogramm Nasskot. Dieser harnsäurehaltige Kot trägt mit seiner ätzenden Wirkung zur Zerstörung der Bausubstanz bei. Zahlreiche Bürger fühlen sich durch ständiges Gurren großer Taubenschwärme belästigt, sie empfinden Taubenkot als ekelerre-gend sowie als Minderung ihrer Wohnqualität - sofern Balkone, Fensterbretter usw. davon betroffen sind. Durch hohe Reinigungskosten entstehen Eigentümern und Verwaltern wirtschaftli-che Verluste und Konflikte mit den Mietern.
Außer Gebäudeschäden und Belästigungen können Tauben auch für Menschen ge-sundheitliche Risiken mit sich bringen: Eine Reihe von Schädlingen und sogenannten Lästlin-gen können von den Brutplätzen in den Wohn- und Arbeitsbereich des Menschen überwechseln.
Gerade für durch Krankheiten oder medikamentöse Behandlungen immungeschwächte Men-schen kann der Kontakt mit Taubenkot unter bestimmten Bedingungen eine konkrete Gefahr bedeuten.
Wichtig ist deshalb, dass bei einer eventuell notwenigen Beseitigung von vor Witte-rungseinflüssen geschütztem, trockenem Taubenkot keinesfalls immungeschwächte Personen eingesetzt werden dürfen.
Insgesamt gilt auch hier:
"Vorbeugen ist besser als heilen"

Folgende Maßnahmen können Eigentümer und Verwalter ergreifen:


  • Sicherungsmängel auf Dachböden und an Wohngebäuden sollten behoben werden. Insbesondere sollten eventuelle Schäden an Dächern umgehend abgedichtet und Dach- und Treppenhausfenster nur zum kurzen Lüften geöffnet werden und ansonsten ver-schlossen bleiben.

  • Wohnungsleerstand sollte vermieden und eventuelle Sicherungsmaßnahmen durchge-führt werden (zum Beispiel zerbrochene Fensterscheiben ersetzen).

  • Besonders in Innenhöfen sollte auf Sauberkeit geachtet werden.

  • Das Taubenfüttern aus Fenstern, Balkonen oder auf Höfen sollte über die Hausordnung oder den Mietvertrag untersagt werden.

  • Wo es möglich, nötig und sinnvoll ist, sollten Taubenvergrämungseinrichtungen installiert werden.

  • Achtung: Die Verwendung von klebenden Pasten ist aus Tierschutzgründen verboten!

    Landesamt für Gesundheit und Soziales, Sächsische Str. 28-30, 10707 Berlin.
    Herr Kadler Tel. 9012- 8319.
    E-mail: detlef.kadler@lageso.verwalt-berlin.de

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    Taubenzeckenbefall in Altbauten

    16.5.2008

    Beim Aus- und Umbau von Dachgeschossen gibt es einen wichtigen gesundheits-prophylaktischen Aspekt, der bereits bei der Umbauplanung beachtet werden sollte, wenn früher oder derzeit Taubenbesiedelung vorgelegen hat bzw. vorliegt. Dort, wo Tauben waren, können sich Taubenzecken über Jahre hinaus halten.
    Taubenzecken sind in erster Linie Taubenparasiten, die aber auch den Menschen in seiner Wohnumgebung belästigen. Sie halten sich tagsüber vorwiegend in Ritzen und Fugen des Dachstuhles und des Mauerwerkes, im Dielebereich, hinter Holzwerkleidungen und unter Schüttungen auf.
    Die ausschließlich parasitär lebenden Taubenzecken dringen dann in den menschlichen Wohnbereich ein, wenn sich auf einem Dachboden oder in leerstehenden Wohnungen von Altbauten bzw. Gebäudeteilen wegen bestehender baulicher Mängel über längere Zeit (mehr als zwei Jahre) sehr viele Tauben ansiedeln und nisten konnten. Dies gilt auch dann, wenn die eigentlichen Wirtstiere - die Tauben - wegen Vergrämungsmaßnahmen, Dachsanierungen u.ä. das Gebäude bereits wieder verlassen haben.
    Der Stich der Taubenzecke ist kaum schmerzhaft, kann aber zu heftigen allergischen Reaktionen mit Fieber und Übelkeit bis hin zur Schockreaktion führen.
    Bekämpfungsmaßnahmen sind wegen der Verbergeorte der Tiere zu einem späteren Zeitpunkt äußerst aufwendig und kostenintensiv!
    Da beim Ausbau der von Tauben besiedelten Gebäudeteile häufig die erforderliche Schädlingsbekämpfung unterbleibt, dringt diese Zeckenart immer wieder in den neugeschaffenen Wohnbereich ein. Daher werden folgende Maßnahmen empfohlen:

    Das Dachgeschoss bzw. die zu renovierenden oder sanierenden Gebäudeteile sollten auf aktuellen bzw. früheren Taubenbesatz überprüft werden (ggf. sollten dazu Mieter und Vermieter befragt werden)

    Bei nachgewiesenem Taubenbesatz sollte ein erfahrener ausgebildeter Schädlingsbe-kämpfer mit der exakten Befallsermittlung hinsichtlich der Taubenzecken beauftragt werden.

    Ist der Befall von Taubenzecken festgestellt worden, ist die Bekämpfung vor Beginn der Bauphase unbedingt erforderlich! Die Bekämpfungsmaßnahme sollte dann durch einen entsprechend ausgebildeten Schädlingsbekämpfer in Zusammenarbeit mit den für den Ausbau beauftragten Firmen erfolgen.

    Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Gesundheitsamt.

    Impressum:
    Landesamt für Gesundheit und Soziales, Sächsische Str. 28-30, 10707 Berlin.
    Rückfragen: Herr Kadler Tel. 9012 8319
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    Für den Inhalt verantwortlich: Abt. I,
    V.i.S.d.P. Silvia Kostner

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